Doomsday Clock #8: Save Humanity

DC Comics

Ozymandias bricht im Weißen Haus ein. Im Oval Office nimmt er ein Dokument an sich. Seine Katze Bubastis liegt auf dem Teppich, auf einem Bild des US-Wappen-Adlers, gähnt und schläft ein.

Die Welt weiß es am Tag darauf. Der Daily Planet hat den Einbruch auf der Titelseite. Auch Lois Lane behauptet, jemand sei an ihrem Schreibtisch gewesen, aber Clark Kent kann nichts feststellen. Es sei bloß das übliche Chaos auf ihrem Schreibtisch.

Der neue Kalte Krieg um die Superhelden eskaliert: Firestorm dringt illegal in den russischen Luftraum ein, um sich gegen die Vorwürfe gegen ihn zu wehren, und liefert sich ein Gefecht mit seinem Gegenstück Pozhar, andere russische Helden versuchen ihn aufzuhalten. Als er in einer Menschenmenge auf dem Roten Platz in Moskau landet und ihm die Menschen zu Leibe rücken, verwandelt er sie unabsichtlich in Glas.

Firestorm verwandelt Russen in gläserne Bürger – buchstäblich.

Perry White will Lois und Clark nach Russland schicken. Aber Clark fliegt zunächst als Superman nach Kahndaq, weil er Firestorm dort vermutet. Black Adam  bestreitet das , aber er bietet Firestorm Asyl an. Superman findet Firestorm und ermutigt ihn, ein gläsernes Kind wieder zurückzuverwandeln. Nachdem das gelingt, fliegen beide zurück nach Moskau, um den Rest der Menschen zu retten.

Superman trifft Putin.

Dort richtet sich Präsident Putin an die USA und die Welt: Er behauptet, es seien Hunderte Russen getötet worden und kündigt an, Firestorm zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem beschuldigt er die USA, mit ihren Superhelden über Jahre hinweg eine geheime Armee geschaffen zu haben, die die Russen dazu gezwungen habe, mit ihnen gleichzuziehen. Es ist ein neues Wettrüsten im Gange.

Diplomatie am Ende: Der Konflikt auf dem Roten Platz eskaliert.

Als Superman auftaucht, kann er zunächst als Respektsperson vermiteln. Er sagt, der Vorfall mit Firestorm sei ein Unfall gewesen und könne wieder rückgängig gemacht werden. Batman will ihn per Funk davon abhalten, Partei zu ergreifen, aber Superman weist offiziell die Supermen-Theorie von sich. Putin bleibt bei seiner Version und als Firestorm auftaucht, eskaliert die Lage: Soldaten schießen, Querschläger treffen die gläsernen Menschen, weitere werden von Panzern zerstört, Superman wird von den russischen Helden angegriffen, er hält die Panzer auf. Schließlich setzt Firestorm eine Explosion frei, die die Menschen tötet. Batman findet heraus, dass nicht Firestorm aber nicht dafür verantwortlich ist.

Superman schützt Zivilisten. Das kommt nicht gut an.

DC Comics

Auf den Zeitungsseiten der Boulevardpresse im Anhang heißt es, das Vertrauen in Superman sei erschüttert. Er habe sich für die falsche Seite entschieden. Nur Perry White und Ron Troupe warnen im Daily Planet davor, voreilige Schlüsse zu ziehen: Man wisse nicht genau, was in Moskau passiert sei.

Ozymandias sieht der Eskalation auf seinen Bildschirmen zu und freut sich: „Yes. It begins.“ Das Variant Cover deutet an, was damit gemeint ist: Es zeigt die Hände von Ozymandias, die mit den Marionetten von Superman und Dr. Manhattan spielen. Letzterer schaut streng und deutet auf Superman. Die Kulisse ist der Mars, wo sich Dr. Manhattan bereits befindet. Er hat die Konfrontation bereits vorhergesehen (Doomsday Clock #7).

Dass Ozymandias nichts Gutes im Schilde führt, deutet sich am Ende an: „The urge to save humanity is almost always a false front for the urge to rule“, heißt es im Zitat des Autors und Journalisten H. L. Mencken.

Doomsday Clock #8 markiert eine große Wende in der Serie: Die Handlung fokussiert sich plötzlich stark auf Superman, der internationale Konflikt um die Supermen-Theory und Russland, der bisher nur im Hintergrund eine Rolle gespielt hat, tritt in den Vordergrund und treibt den Plot voran. Andere Watchmen-Charaktere oder auch Johnny Thunder oder Saturn Girl kommen nicht vor. Dadurch wirkt die Story sehr geradlinig und ihr fehlt das Überbordende der vielen parallel laufenden Handlungsstränge und Rückblenden.

Lois Lane entdeckt die Justice Society of America.

Nur kurz wird das große Ganze angedeutet: Lois Lane bekommt einen USB-Stick per Post geschickt. Darin ist eine Wochenschau aus dem Jahr 1941 zu sehen, in der von der Justice Society of America berichtet wird. Lois weiß aber nicht, wer das ist. Dieser Teil der Geschichte ist aus dem DC-Universum ausgelöscht, (unter anderem) weil Dr. Manhattan Alan Scott sterben ließ, der in einer anderen Welt zur ersten Green Lantern geworden ist.

Bemerkenswert ist auch, dass mit Putin ein Politiker aus der realen Welt im Comic vorkommt. Zwar passierte das in Watchmen auch mit Gorbatschow und Nixon, aber der russischen Staatschef wurde nie gezeigt und Nixon war 1985 längst nicht mehr im Amt. Interessanterweise wird der US-Präsident in Doomsday Clock nicht gezeigt, nur in Ausgabe #1 wird angedeutet, dass er gerne Golf spielt. Aber Trump zu zeigen, das hat sich Geoff Johns dann doch nicht getraut – ganz anders als Frank Miller, der ihn in Dark Knight III und Dark Knight Returns: The Golden Child gezeigt und zitiert hat. Vielleicht ist es auch nur der Unwille, diesem Politiker eine weitere Plattform zu geben.

2 Gedanken zu “Doomsday Clock #8: Save Humanity

  1. Pingback: Doomsday Clock #9: Crisis | Watching the Watchmen

  2. Pingback: Doomsday Clock #12: Discouraged of Man | Watching the Watchmen

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