Watchmen 1.3: She Was Killed by Space Junk

Laurie Blake (Jean Smart) in "Watchmen"

Laurie Blake (Jean Smart) in „Watchmen“ (HBO).

Eine Frau in einer blauen Telefonzelle mit Verbindung zum Mars. Sie wählt eine Nummer und erzählt einen langen Witz. „Dr. Manhattan is listening“, heißt es. Doch das bleibt offen, denn niemand antwortet.

Es ist ein Wiedersehen mit Laurie, nach Adrian Veidt die zweite Hauptfigur aus den Comics (Silk Spectre II), die in der TV-Serie auftaucht. Während sie spricht, sieht man ein Taxi heranfahren, aus dem Laurie aussteigt. Auf dem Dach eine Werbung für die TV-Serie American Hero Story: Minutemen. „Comedy begets tragedy“ lautet der Werbespruch, dazu sieht man das angedeutete Gesicht des Comedians, was Lauries Geschichte und Gegenwart andeutet, denn sie heißt nicht mehr Juspeczyk, aber auch nicht mehr Hollis, sondern Blake mit Nachnamen, wie ihr leiblicher Vater, der Comedian.  Laurie raubt jetzt, so scheint es zunächst, Banken aus. Doch schnell stellt sich heraus: Der Raub ist nur inszeniert, als Falle, um einen Vigilanten („Mr. Shadow“) zu schnappen. Als FBI-Agentin ist sie abgebrüht und offenbar immer noch verbittert, das Jagen von maskierten Rächern wirkt wie ein persönlicher Feldzug, eine Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit.

Laurie Blakes Nostalgie

Zu Hause lebt Laurie allein und pflegt die Nostalgie: An ihrer Wand hängt ein Gemälde im Pop-Art-Stil, das Dr. Manhattan, Nite Owl, Ozymandias und Silk Spectre zeigt, in einem Käfig hält sie eine Eule namens Who und füttert sie mit Mäusen. Da kommt Senator Joe Keene vorbei (Sohn von Senator Joseph David Keene), um Laurie zu bitten, den Mord an Jud Crawford aufzuklären. Er vermutet einen Vigilanten als Täter. Laurie hält offensichtlich nicht viel vom „Defense of Police Act“ (DOPA), mit dem Keene die Identität seiner Polizei in Tulsa schützt. „Masks save lives“, sagt Keene. Andere Städte wollen sich angeblich anschließen. Er bietet Laurie an, sollte er Präsident werden, ihre „Eule“ aus dem Käfig zu holen – wohl eine Andeutung, dass ihr Mann, Dan Dreiberg, im Gefängnis sitzt.

In der Dr-Manhattan-Telefonzelle (betrieben von Trieu) erzählt Laurie zunächst die Geschichte eines Maurers, der seiner Tochter sein Handwerk beibringen will – „because after all all the man has is its legacy“. Er baut einen perfekten Grill zusammenbaut, bis er feststellt, dass ein Ziegelstein übrig ist und er alles wieder vernichten will, um von vorn anzufangen. Doch dann nimmt die Tochter den Stein und wirft ihn in die Luft.

Laurie unterbricht die Erzählung und setzt zu einer neuen an. Drei Superhelden sterben und müssen sich vor Gott rechtfertigen: Nite Owl, Adrian Veidt, Dr. Manhattan. Ob sie Menschen getötet haben oder nicht, spielt keine Rolle: Sie kommen nach und nach alle in die Hölle. Schließlich taucht eine Frau auf. Auf die Frage, wer sie sei, sagt sie: „I’m the little girl who threw the brick in the air.“ Der Ziegelstein tötet Gott. „And where does god go when he dies? He goes to hell.“ Und dann wiederholt sie Rorschachs berühmte Worte, nachdem er seinen Pagliacci-Witz erzählt hat (und während der Tod des Comedians zu sehen ist):  „Roll on snare drum. Curtains. Good joke.“

Als die Zeit fast rum ist, wird Laurie persönlich. Es wird deutlich, dass sie immer noch Jon Osterman hinterhertrauert und die Hoffnung nicht aufgibt, dass er ihr zuhört. Aber sie hadert mit sich. Das wird auch in der Szene deutlich, als einen übergroßen blauen Dildo aus einem Koffer packt und dann sich anders besinnt und Sex mit ihrem Kollegen Agent Petey hat.

Zum Schluss fällt vor ihr Angela Abars Auto vom Himmel. Sie schaut nach oben, der Mars scheint zu leuchten. Sie lacht, denn das Ereignis erscheint wie eine Reaktion auf den Witz, den sie erzählt hat. Gott antwortet, indem er zurückwirft und sie fast tötet. Daher der Titel: „She was killed by space junk.“ (Ein Zitat aus dem Devo-Song Space Junk).

Anschlag auf Senator Keene

In Tulsa gibt Laurie die taffe FBI-Agentin: Als bei Crawfords Beerdigung ein Mitglied der Seventh Kavalry mit Sprengstoffweste auftaucht und Senator Keene bedroht, erschießt sie ihn, obwohl der Terrorist gesagt hat, dass die Bombe hochgeht, wenn sein Herz stillsteht. Und so passiert es auch. Angela schafft es gerade noch rechtzeitig, die Leiche ins Grab zu werfen und den Sarg darauf zu schieben.

Trotzdem hält Laurie keine großen Stücke auf die maskierten Polizisten, die behandelt sie herablassend. Einen Unterschied zwischen maskierten Polizisten und Vigilanten sieht sie nicht. Looking Glass wird von ihr notorisch „Mirror Guy“ genannt. Als Laurie Angela deutlich macht, dass sie sie durchschaut hat und weiß, dass sie etwas in Crawfords Schrank gefunden hat, lässt sich Angela nicht von ihr einschüchtern.

Gefangener Veidt

Adrian Veidt baut für Mr. Phillips einen Raumanzug, doch kurz darauf erfriert dieser darin. Noch ein Stück „Space Junk“, wie man später erfahren wird. Anschließed geht Veidt auf die Jagd und erlegt ein Bison, daraufhin wird er mit einem Schuss von dem maskierten Game Warden gewarnt. Eine Piratenflagge markiert seine Reviergrenze (vgl. Black Freighter, auch Laurie steigt im „Black Freighter Inn“ ab). Offenbar ist Veidt ein Gefangener. Doch er will nicht klein beigeben und weiterjagen. Demonstrativ zieht er sich sein altes Ozymandias-Kostüm an.

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